• Incredible Random Stuff
  • Review: Stylefile Marker

    hallo

    In letzter Zeit habe ich viel mit den Stylefile Markern gearbeitet. Unter anderem habe ich auch einen großen Teil meiner Diplomarbeit damit gezeichnet und andere meiner Illustrationen mit den Markern koloriert. Für mich stellen die Marker in erster Linie eine günstigere Variante zu Copic Markern dar (Stückpreis der Stylefile Marker: 2.75€). Schon letztes Jahr war ich mal wieder auf der Suche nach alternativen zu den Copic Markern da viele meiner Stifte einfach leer sind oder eingetrocknet. Vor vielen Jahren habe ich mir auch schon die Touch Twin Marker zugelegt, die man aber nur noch sehr selten finden kann und die man sich auch nicht einzeln nachkaufen kann. Was mir an den Touch Twin Markern wenig gefallen hat war die Farbauswahl bzw., dass es nur sehr kräftige Farben und weniger pastellige gab, die man schichten kann, aber um diese Marker soll es ja nicht gehen.
    Die stylefilemarker kann man einzeln oder in Sets bei stylefile.de bestellen oder in Boesner-Läden (auch einzeln und in Sets) sowie in deren Onlineshop kaufen. In Sets sind die häufiger zu finden. Unter anderem auch bei Amazon.de, Ebay.de oder anderen Kreativ-Shops oder Graffiti-Bedarfs-Seiten.

    cea79cacb3fd11e2b85022000a1f9e75_7

    Inzwischen gibt es die Stylefile Marker in zwei verschiedenen Ausführungen, wobei es für beide Versionen noch keine Nachfülltinte gibt. Zum einen gibt es die schwarzen Stifte, die beidseitig eine Filzspitze haben, die eine ist schmal und die andere breiter. Die graue Variante besitzt auch eine Breite Filzspitze und eine Brush-Spitze.
    Insgesamt besitzt die Farbpalette der schwarzen Marker 124 Farben, die Brush-Pens kann man bisher (Stand: Juni 2014) nur in Sets kaufen.

    026

    002

    Bevor ich mir einige der Marker bestellt hatte, ist mir natürlich der Preis und die Farbvielfalt positiv aufgefallen. Natürlich auch, dass man sich nicht auf Sets beschränken muss, sondern sich seine eigenen Farbwahl zusammenstellen kann. Zunächst habe ich hauptsächlich Grün-, Brauntöne und Hautfarben bestellt. Die Farben sind alle sehr intensiv und kräftig. Für meine Vorlieben sind leider alle etwa auf einem gleichen Intensiv-Level und es gibt nur sehr wenige helle Farben die man aufbauen und schichten kann. Der Blender (farblos) hilft bei größeren Flächen wenig um die Farben aufzuhellen und es können ungewollte, unschöne Flecken oder Farbränder entstehen. Auch variieren die Farben teilweise wenig. Dies kann man zum Beispiel in der Mitte der getesteten dunklen Brauntöne erkennen, die sich optisch kaum voneinander unterscheiden, auch manche Grüntöne sehen sich zum verwechseln ähnlich.

    marker600

    Bei den warmen und kalten Grautönen kann man auch sehen, dass die Abstufungen eher gering sind und die hellste Farben WG0/NG0 (für meinen Geschmack) noch zu dunkel sind. Die Warm Grey Reihe ist grade noch so akzeptabel, wobei ich finde, dass WG0 schon fast dunkler ist als WG1, aber dazu gibts später noch mehr. Die Neutral Gey Reihe finde ich weniger gelungen. Die neutralen Grauabstufungen finde ich noch viel zu warm, vor allem NG1 und NG3 fallen hier farblich deutlich aus der Reihe wie man auf dem Bild erkennen kann.

    012

    015

    Nochmal zurück zu den warmen Grautönen. Für mein Diplomprojekt habe ich eine größere Menge von den Markern benötigt und unter anderem habe ich mir auch ein paar Stifte mit der gleichen Farbe bestellt. Ich habe die Stifte zunächst getestet bevor ich mich an die Artworks gesetzt habe und musste feststellen, dass 3 der gleichen Stifte mit der selben Farbbezeichnung leider auch ganz unterschiedliche Farben abgegeben haben, wobei Grau hier ein dehnbarer Begriff ist. Mir wurde daraufhin auch angeboten, die Stifte zurückzuschicken um sie umzutauschen, das hätte ich auch wirklich gerne gemacht, hätte ich nicht einen enormen Zeitdruck gehabt. Ich habe mich dann eben mit den unterschiedlichen Farben arrangiert. Im Endeffekt ist das Umtauschen bzw. die Rückgabe kein Problem, wenn man die Stifte nicht wirklich dringend braucht. Hierfür habe ich leider nur ein Handybild aber ich denke man kann erahnen, dass es sich um unterschiedliche Farben handelt.

    BmEmDOzIEAIa5Nf

    Zu Beginn haben die Marker eine sehr gute Farbabgabe, bei den Ersten versuchen mit den neuen Stiften bluten sie schon ein wenig, was bedeutet, dass einfach zu viel auf einmal heraus kommt, je nachdem, welches Papier man auch verwendet )das Papier saugt sehr viel Farbe aus und es kann, wenn man Outlines gezogen hat , die Farbe darüber hinauslaufen). Ich muss zugeben, ich benutze kein Markerpapier. Spezielles Papier für Marker ist sehr glatt und beschichtet, so dass das Papier so wenig wie möglich Farbe aus dem Marker saugt. Bei anderem Papier, bzw. dem Papier das ich benutze ist das nicht gegeben. Ich benutze kein Markerpapier, weil es mir einfach nicht gefällt.
    Weil ich Papier benutze, welches nicht speziell auf diese Marker optimiert ist, sind mir die Marker auch relativ schnell leer gegangen, was mich schon ein bisschen geärgert hat. Vor allem auch im Vergleich zu den Markern von anderen Herstellern (auch hier habe ich keine Marker nachgefüllt). Ich würde mir wirklich wünschen, dass es die Option zum nachfüllen der Stylefile Marker gibt, da ich schon einige Stifte habe, die wirklich richtig leer sind, die Filzspitzen aber noch nicht ausgefranzt und in gutem Zustand sind. Da traut man sich fast nicht, die Stifte einfach zu entsorgen. Ich habe auch versucht die Stifte nochmal mit purem Alkohol nachzufüllen, in der Hoffnung es würden noch hellere Farbreste herauskommen, leider waren meine Bemühungen umsonst.

    005

    Als ich vor kurzem die Brush Variante der Marker im Shop entdeckt habe, war ich sehr erfreut, da ich diese Version der Marker bevorzuge und besser mit ihnen umgehen kann. Im Vergleich zu den Copic Ciao Markern, die auch eine Brush Spitze besitzen ist die Spitze der Stylefile Marker etwas kürzer und vom Gefühl her auch etwas fester. Wie man auf den Vergleichsbildern sehen kann ist es mit der Spitze des Stylefile Brush Markers etwas schwieriger feinere Linien zu ziehen. Bei beiden Stiften kann man aber sehr gut mit dem Druck spielen und so unterschiedlich Starke Linien erzeugen.

    093

    098

    Ich habe mir das Stylefile Marker 12er Brush Skin Set gekauft, da diese sehr gut zu dem Farbschema meines Projektes gepasst haben. Hätte ich mich nur darauf verlassen, dass ich damit ausschließlich Gesichter Zeichne, hätte ich viel Arbeit gehabt. Auch hier sind die Farben sehr intensiv und für mein persönliches Verständnis von Hautfarben viel zu dunkel. Auch hier hätte ich gerne die Option, sehr helle Farben besser schichten zu können. Man kann mit den Farben zwar gut plakativ kolorieren, aber Tiefe erzeugen funktioniert nur mit viel Blendearbeit und Gedult.
    Allgemein kann man die vorhandenen Farben aber sehr gut über- oder ineinanderbelden und schöne Farbverläufe erzeugen, wenn man zum Beispiel von hell nach dunkel blendet oder sogar in eine andere Farbe überblendet.

    086

    miau style

    Fazit:
    Trotz der vielen Kritikpunkte finde ich die Stifte insgesamt sehr gelungen. Sie liegen gut in der Hand, sind einfach und schnell zu beziehen und machen auch optisch was her. Die wenigen Stylefile Brush Marker, die ich bisher habe gefallen mir schon fast besser als die regulären Stylefile Marker. Auch die Farbvielfalt finde ich großartig, wobei ich mir hier bessere Farbvariationen wünschen würde. Könnte man nun noch Nachfüllfarben kaufen, evtl. noch leere Marker um seine eigenen Farben zu mischen würde ich komplett von Copic auf die Stylefile Marker wechseln.

    Zum Schluss gibt es noch ein paar Artworks und Zeichnungen, die ich mit den Stylefile Markern koloriert habe:

    bug600

    card

    04artwork

    figurcolor600

    Viele liebe Grüße
    Miau

  • Gefilzt
  • Über Angst

    hallo

    Ich habe mich nun einigermaßen vom ganzen Diplomstress erholt und kann mich nun wieder besser mit dem Thema auseinandersetzen und befassen bzw. überhaupt auch wieder darüber reden. Direkt danach hatte ich erst mal genug davon, ist ja vielleicht auch verständlich wenn man beinahe das letzte dreiviertel Jahr daran gearbeitet hat. Das Diplom setzt sich an meiner Hochschule aus schriftlicher Diplomarbeit, also einer Hausarbeit und einer praktischen Arbeit zusammen. Die jeweiligen Themen werden mit den jeweiligen Betreuern der Arbeiten abgesprochen, auch der Umfang der Arbeiten. Da die schriftliche Arbeit eher sehr theoretisch ist und auch stinklangweilig will ich sie an dieser Stelle lieber auslassen und meine praktische Arbeit zeigen.
    Die ganz Idee fing damit an, dass ich gerne in viel größeren Dimensionen filzen wollte als bisher, und natürlich liegen da Monsterfiguren bei mir auch nicht fern. Die Figuren wollte ich gerne mit einer Geschichte verbinden, die sich dann zunächst als kleine Idee in meinem Kopf immer mehr ausgebaut hat. Letztendlich ist eine Story entstanden, die von verschiedenen Ängsten handelt, die zum Schluss vom Hauptcharakter besiegt werden.

    “Der praktische Teil meiner Arbeit besteht aus einer Bildergeschichte und den plastischen Figuren.
    Die Story habe ich selbst verfasst und geschrieben und im Buch aus zwei verschiedenen Perspektiven dargestellt. Zum einen gibt es Zeichnungen aus Aquarell und Markern. Zunächst lernt man die Hauptfigur von einer außenstehenden, neutralen Perspektive kennen. Während dem Verlauf der Story kommen immer mehr Tagebucheinträge der Hauptfigur hinzu.
    Zunächst geht meine Hauptfigur auf eine Reise und beschäftigt sich mit Shoppen und Sehenswürdigkeiten, bis sie an einem Abend im Internet auf ein paar Kreaturen aufmerksam wird, die sie aufspüren und entdecken will, da sie an ihre Existenz glaubt. Sie macht sich auf den Weg und auf die Suche nach den Wesen und ist zunächst erfolglos. Nach und nach findet sie aber Anzeichen und schließlich sogar die Monster. Die Begegnung hat letztendlich scheinbar keinen guten Ausgang.
    Die Monster stellen metaphorisch die Angst bzw. Ängste meiner Hauptfigur dar, die sie entdeckt, verarbeitet und schließlich teilweise besiegen kann. Ob meine Figur nun wirklich alles so erlebt hat, wie sie es schildert, ist unklar, stellen jedoch ihre Sicht und ihre Realität dar. Die Figur ist am Ende fest entschlossen, die von ihr als Bedrohung empfundenen Wesen zu überwinden und am Schluss zu besiegen. Durch die Jagdtrophäen, will sie auch zeigen, dass sie dabei erfolgreich war.
    Jedes Monster steht für eine andere, verschiedenen Angst. Das sind natürlich nicht alle Ängste. Die Monster stehen für die größten Ängste, die meine Figur hat. Dies sind aber auch nicht alle ihre Ängste, sondern die, die sie aus ihrer Sicht zu sehr eingeschränkt haben und die sie besiegen konnte, andere sind ihr vielleicht gar nicht bewusst, weil sie damit nicht so oft konfrontiert wird.
    Ich wollte darstellen, dass Ängste subjektiv empfunden werden. Manche Leute haben eben Angst im Dunkeln, während das auf andere Menschen gar nicht bedrohlich wirkt. Deshalb habe ich die Kreaturen zwar monströs dargestellt, aber nicht unbedingt so, dass sie jeder als bedrohlich empfindet. Die Ängste meiner Figur sind eben Dinge, die für manch andere Menschen ganz normal sind.”

    023 (2)

    008 (2)

    010 (2)

    012 (2)

    016 (2)

    0154

    0184

    Grundform für jeden Kopf war ein etwa 50x50x50 cm großer Styroporblock, aus dem ich nach meinen Skizzen und Vorlagen die Kopfform ausgeschnitten habe. Das Fell ist aus Merinowolle und mit Filznadeln trocken angebracht. Einzelne Details sind nassgefilzt oder aus Modelliermasse geformt, die teilweise lackiert wurden.

    Zu sehr ins Detail gehen will ich an dieser Stelle auch gar nicht, da sollen die Bilder nun doch mehr sprechen, als ich erzählen kann. Von dem Comic will ich allerdings noch nicht alles zeigen, das soll an anderer Stelle passieren. Einen kleinen Einblick bekommt ihr aber trotzdem in Form von ein paar Seiten (die allerdings nicht aufeinanderfolgend sind).

    Falls noch Fragen offen geblieben sind, werde ich gerne versuchen diese zu beantworten. Ich würde mich sehr über Feedback freuen : )

    01

    03

    11

    26

    29

    35

    36

    Viele liebe Grüße
    Miau